KI im Engineering einsetzen

Künstliche Intelligenz (KI) ist im Engineering nicht mehr wegzudenken. Anwendungen wie ChatGPT oder GitHub Copilot erhöhen die Effizienz schon heute in vielen Bereichen der Produktentwicklung. Während Ihr Unternehmen diese Werkzeuge einfach und schnell einsetzen kann, ist die Implementierung industrieller AI-Lösungen aufgrund der spezifischen Fragen und komplexen Prozesse deutlich anspruchsvoller. Zumal es häufig an der benötigten Datenqualität, -menge und -infrastruktur mangelt. Hier kommen Systeme für Product Lifecycle Management (PLM) ins Spiel.

PLM-Lösungen bieten nicht nur eine Plattform zur Verwaltung von Produktdaten. Sie liefern auch eine wichtige Schnittstelle, mit der sich KI-gestützte Technologien in verschiedenen Phasen des Engineerings implementieren lassen.

Industrielle KI implementieren

Wenn Sie AI nutzbringend in industrielle Prozesse integrieren wollen, stehen Sie vor mehreren Herausforderungen. Eine der größten ist, geeignete KI-Modelle zu trainieren und Daten in ausreichender Qualität bereitzustellen.

Fertige Anwendungen wie ChatGPT oder Dall-E sind für generische Anwendungszwecke wie Textarbeit oder Bilderstellung sofort nutzbar. Solche Anwendungen und Modelle fehlen für komplexe industrielle Fragestellungen. Öffentlich zugängliche Datensätze sind selten auf industrielle Anforderungen zugeschnitten. Daher müssen Unternehmen KI-Modelle gezielt anpassen und firmenspezifische Datensätze und Modelle erstellen.

Darüber hinaus müssen Sie komplexe Anforderungen an das Deployment von KI-Modellen berücksichtigen. Dies betrifft insbesondere

  • die Integration in bestehende Systeme,
  • die Zugriffssicherheit und Autorisierung im Umgang mit den dahinterliegenden Daten und
  • die Sicherstellung von Zuverlässigkeit und Performance.

Wie hilft PLM-Software hier weiter?

PLM-Systeme bieten die nötige Infrastruktur, um Daten zu sammeln, zu strukturieren und aufzubereiten. Sie ermöglichen es, KI-Modelle in bestehende Prozesse zu integrieren, und bieten eine zentrale Plattform, um KI-Lösungen über den gesamten Produktlebenszyklus zu managen. Dies umfasst die Sicherstellung der Datenqualität, die Versionierung und die Verwaltung der generierten Ergebnisse.

Mit der Verbindung von KI-Tools und PLM-Systemen stellen Sie eine konsistent strukturierte Nutzung Ihrer Daten sicher. So entsteht die Grundlage für erfolgreiche KI-Anwendungen.

Eine zweite große Herausforderung ist die Komplexität der KI-Implementierung. Das reicht von der Auswahl geeigneter Modelle und Algorithmen bis hin zur Anpassung dieser Modelle an Ihre spezifischen Anforderungen.

Um AI erfolgreich zu integrieren, sind die Expertise der Ingenieur*innen und Datenwissenschaftler*innen sowie die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen wie IT, Engineering und Datenwissenschaft entscheidend. PLM-Systeme unterstützen den Prozess als Plattform für nahtlose Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Ihren Teams.

PLM-Systeme als Wegbereiter für KI

PLM-Software mit tiefer Integrationsfähigkeit erzeugt die Voraussetzungen, um KI in bestehenden Engineering-Prozessen einzusetzen. Als zentrale Datendrehscheiben ermöglichen sie es, auf Daten aus verschiedenen Quellen im Produktlebenszyklus zuzugreifen.

Die konsolidierte Datenbasis des PLM-Systems ebnet den Weg für generative KI-Technologien (GenAI). Dabei handelt es sich um KI-Lösungen, die selbstständig neue, kreative Inhalte wie Texte oder Bilder erschaffen. Dadurch eröffnen sich Unternehmen völlig neue Möglichkeiten, zum Beispiel im Design und in der Produktentwicklung.

Indem PLM-Systeme die Integration von KI-gestützten Design-Tools erleichtern, sorgen sie für eine effiziente Verwaltung und Versionierung von KI-generierten Designs. Sie können beispielsweise Varianten von CAD-Modellen automatisiert erstellen. Bewährt haben sich auch Designoptimierungen, die auf Basis von Simulationsergebnissen generiert werden.

Wesentlich ist außerdem, KI-Lösungen mit bestehenden Datenstrukturen zu verknüpfen. Durch die Integration von KI in PLM-Systeme verbinden Sie KI-gesteuerte Designwerkzeuge direkt mit Ihren Produktdaten. Dies beschleunigt nicht nur den gesamten Entwicklungsprozess. Ihr Unternehmen gestaltet die Wiederverwendung von Komponenten effizienter, verbessert die Zusammenarbeit zwischen Teams und optimiert die Produktentwicklung kontinuierlich.

Ein weiterer Vorteil: PLM-Systeme speichern KI-generierte Erkenntnisse und Optimierungen zentral. Das macht sie für zukünftige Projekte nutzbar. Dadurch können Sie Ihre Innovationsfähigkeit erheblich steigern.

PLM-Systeme sind weit mehr als nur Datenverwaltungssysteme. Es sind zentrale Plattformen für den Einsatz KI-gestützter Assistenz-Systeme.

Solche Systeme helfen zum Beispiel bei Designentscheidungen. Sie analysieren Daten aus ähnlichen Projekten und liefern konkrete Verbesserungsvorschläge. Darüber hinaus führen sie Simulationen durch und stellen die Ergebnisse in einer Form dar, die für Ingenieur*innen verständlich ist. Das Ergebnis: bessere Entscheidungen, kürzere Entwicklungszeiten.

KI-Anwendungen im Engineering

Durch das Zusammenspiel von GenAI und PLM-System integrieren Sie KI-basierte Designprozesse nahtlos in bestehende Workflows. Daraus ergeben sich vielseitige Use Cases:

Automatisierte Designvarianten

Künstliche Intelligenz erstellt neue Designvarianten auf Basis bestehender CAD-Daten und optimiert diese automatisch auf Parameter wie Kosten, Materialeinsatz oder Produktionsmöglichkeiten. Ingenieur*innen gewinnen mehr Zeit für kreative Designaufgaben.

Simulationsgestützte Optimierungen

Mit Simulationstools, die GenAI-Algorithmen nutzen, verbessern Sie Designvorschläge kontinuierlich und passen sie auf Basis von Simulationsergebnissen iterativ an. So treffen Sie die besten Designentscheidungen auf Basis umfassender Datenanalysen. Dies reduziert die Anzahl physischer Prototypen und spart Zeit und Kosten.

Optimierung der Produktentwicklung

KI passt Designs dynamisch an neue Anforderungen an – während der laufenden Entwicklung. In Verbindung mit dem PLM-System können Sie schneller auf Änderungen reagieren und die Produktentwicklung ohne Verzögerungen anpassen. Dies bietet insbesondere dem Maschinen- und Anlagenbau große Vorteile.

Zeitreihenvorhersagen

GenAI analysiert Zeitreihendaten und sagt zukünftige Entwicklungen voraus. Auf Grundlage historischer Daten und anderer betrieblicher Informationen helfen PLM-Systeme in Kombination mit KI, Trends frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

KI-Anwendungen für Ingenieur*innen

Datenmanagement und Deployment

Die Integration von KI in die Produktentwicklung ist nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch komplex. Damit KI seine Wirkung erzielt, braucht es ein geeignetes Datenmanagement. Auch hier sind PLM-Systeme eine große Hilfe.

Mit einer PLM-Lösung verwalten Sie Daten konsistent und strukturiert – von der Erfassung über die Speicherung bis zur Bereitstellung für KI-Modelle. Dabei müssen Unternehmen Datenschutz, -sicherheit und -verfügbarkeit gewährleisten.

Neben der Datenverarbeitung ist auch das Deployment – die Bereitstellung in der produktiven Umgebung – entscheidend. Um KI-Lösungen in bestehende IT-Infrastrukturen zu integrieren, müssen Ihre IT- und Engineering-Teams eng zusammenarbeiten. PLM-Systeme ermöglichen es, KI-Anwendungen sicher und leistungsstark zu integrieren und sie für die Anwender*innen im Tagesgeschäft einfach zugänglich zu machen.

Damit müssen PLM-Systeme sowohl die Entwicklung und Integration von KI-Modellen unterstützen als auch deren Betrieb und Wartung im laufenden Geschäft sicherstellen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die kontinuierliche Verbesserung von KI-Modellen. Hier unterstützen PLM-Systeme als Plattform für das Monitoring und die Aktualisierung. Auf Basis von gesammelten Betriebsdaten lassen sich KI-Modelle kontinuierlich verbessern und an Veränderungen anpassen. Dies stellt ihren Nutzen langfristig sicher.

Welche Trends zeichnen sich ab?

PLM-Systeme dienen künftig zunehmend als zentrale Plattformen für die Verwaltung und Integration von KI-Lösungen. Eine immer größere Bedeutung gewinnt die KI-gestützte Automatisierung, denn die Fähigkeiten, aus Daten zu lernen und komplexe Zusammenhänge zu erkennen, wird stetig verbessert.

Ein weiterer Trend ist die immer stärkere Integration von KI in die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Unternehmen. PLM-Systeme entwickeln sich dabei zu Plattformen, die sowohl interne Prozesse unterstützen als auch eine vernetzte Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglichen. Das Ergebnis sind effizientere Lieferketten und beschleunigte Innovationen.

Auch erklärbare und transparente AI-Modelle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie stärken das Vertrauen in KI-Lösungen und erhöhen deren Akzeptanz in sicherheitskritischen Bereichen des Engineerings.

In die PLM-Lösung CONTACT Elements integrierter KI-Assistent (Screenshot).

Erfolgsfaktoren für KI im Engineering

Datenverfügbarkeit und -qualität

Die Grundlage für den Erfolg von KI-Anwendungen bilden hochwertige Daten (und deren Verfügbarkeit). PLM-Systeme stellen durch eine konsistente Datenerfassung und -verwaltung sicher, dass die benötigten Daten in der erforderlichen Qualität zur Verfügung stehen. So können Modelle auf einer soliden Datenbasis trainieren und präzise, verlässliche Ergebnisse liefern.

Nahtlose Prozessintegration

Um den vollen Mehrwert von KI-Technologien auszuschöpfen, müssen Unternehmen diese in bestehende Workflows einbinden. PLM-Systeme integrieren KI-gestützte Anwendungen in bestehende Prozesse und vereinfachen deren Nutzung. Dadurch lassen sich KI-Lösungen ohne große Anpassungen in bestehende Systeme einführen und schneller in Betrieb nehmen.

Schulungen und Change Management

Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter*innen gezielt auf die Nutzung von KI-Tools vorbereiten. Dafür sind technische Schulungen notwendig, in denen auch ein Verständnis für den Einsatz im jeweiligen Arbeitskontext vermittelt wird. Durchdachtes Change Management fördert die Akzeptanz und involviert alle Mitarbeiter*innen aktiv in den Veränderungsprozess.

Unterstützung durch das Management

Die erfolgreiche Einführung von KI im Engineering gelingt nur, wenn das Management entsprechende Initiativen unterstützt. Die Kommunikation klarer Ziele und Strategien für die Transformation ist ebenso wichtig wie die Bereitstellung nötiger Ressourcen. Zugleich muss das Management eine Kultur des Wandels fördern.

Zusammenfassung

Die Integration von KI revolutioniert das Engineering. PLM-Systeme nehmen dabei als zentraler Dreh- und Angelpunkt der Daten eine Schlüsselrolle ein. Sie schaffen die notwendige Infrastruktur, um KI-Anwendungen in bestehende Prozesse zu integrieren und effizient zu nutzen.

Kritische Erfolgsfaktoren sind die sinnvolle Nutzung von Daten, die Integration von KI-Modellen in die bestehende IT-Landschaft sowie die Einbindung der Mitarbeiter*innen. Nur wer diese Herausforderungen gezielt angeht, gestaltet die KI-Transformation im Engineering nachhaltig.

Ratsam ist ein strategisches Vorgehen. Ihr Unternehmen sollte Technologie und Menschen gleichermaßen in den Fokus rücken. So schöpfen Sie das volle Potenzial von KI im Engineering nachhaltig aus.

Kosten von Cloud PLM vs. On-Premises PLM

Sie stehen vor der Entscheidung Ihr Product Lifecycle Management (PLM) auf den neuesten Stand bringen oder überhaupt erst einzuführen. Die Vorteile sind klar: effizientere Prozesse, schnellere Markteinführung, bessere Zusammenarbeit. Doch sobald die Funktionslisten und Anwendungsfälle besprochen sind, rückt eine andere wichtige Frage in den Mittelpunkt: Was kostet das eigentlich – und welche Option ist wirklich die günstigere auf lange Sicht?

Die Wahl zwischen Cloud PLM und der klassischen On-Premises-Lösung ist oft ein Ritt zwischen der initialen Investitionsbereitschaft und flexiblen, laufenden Betriebskosten. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Kosten von Cloud PLM vs. On-Premises PLM.

Die traditionelle Variante: On-Premises PLM

Wenn Sie sich für ein On-Premises PLM-System entscheiden, erwerben und betreiben Sie die Software in Ihrer eigenen IT-Infrastruktur. Dies bedeutet eine hohe Anfangsinvestition, aber auch volle Kontrolle.

Anschaffungskosten:

  1. Software-Lizenzen: Dies ist oft der größte Posten. Sie kaufen Dauerlizenzen, die Ihnen das unbegrenzte Nutzungsrecht an der Software gewähren. Die Kosten variieren je nach Anbieter, Funktionsumfang und Anzahl der Benutzer*innen.
  2. Hardware-Infrastruktur: Sie benötigen leistungsstarke Server, Speichersysteme, Netzwerkkomponenten und Back-up-Lösungen. Diese müssen den Anforderungen des PLM-Systems gerecht werden und für zukünftiges Wachstum skalierbar sein.
  3. Infrastrukturkosten: Ein geeigneter Serverraum (Klimatisierung, Stromversorgung, etc.), Firewalls etc. sind unerlässlich.
  4. Implementierung und Anpassung: Die Installation, Konfiguration und Datenmigration aus Altsystemen sowie die Anpassung an spezifische Unternehmensprozesse erfordern oft externe Beratungsleistungen und interne Ressourcen.
  5. Schulungen: Umfassende Schulungen für Administrator*innen und Endbenutzer*innen sind notwendig, um das System optimal zu nutzen.

Laufende Kosten:

  1. Wartungs- und Supportverträge: Die meisten Softwareanbieter verlangen jährliche Gebühren für Software-Updates, Patches und technischen Support. Diese liegen typischerweise bei 15-25 % des ursprünglichen Lizenzpreises pro Jahr.
  2. IT-Personal: Sie benötigen eigene IT-Spezialist*innen für die Systemwartung, Fehlerbehebung, Sicherheit, Backups und Performance-Optimierung.
  3. Hardware-Wartung und Austausch: Server und Speicher müssen regelmäßig gewartet und nach einigen Jahren ersetzt werden (Abschreibung, Neuanschaffung).
  4. Energiekosten: Der Betrieb der Server und der Klimaanlage verursacht laufende Stromkosten.
  5. Sicherheitsmaßnahmen: Lizenzen für Antivirensoftware, Firewalls und regelmäßige Penetrationstests sind notwendig, um die Datensicherheit zu gewährleisten.
  6. Upgrades: Größere Versions-Upgrades können den Umfang einer Neuimplementierung erreichen, da sie oft Anpassungen, intensive Tests und erneute Schulungen erfordern.

Die flexible Alternative: Cloud PLM

Beim Cloud PLM (oft als Software-as-a-Service, SaaS, angeboten) mieten Sie die Software und die Infrastruktur eines Drittanbieters. Das bedeutet in der Regel geringere Anfangsinvestitionen.

Anschaffungskosten:

  1. Einrichtungsgebühren (optional): Einige Anbieter erheben eine einmalige Gebühr für die Einrichtung des Kontos oder die Erstkonfiguration.
  2. Implementierung und Anpassung: Auch hier sind Dienstleistungen für die Konfiguration, Datenmigration und spezifische Prozessanpassungen erforderlich. Diese können jedoch meist weniger umfangreich sein, da die Basisinfrastruktur bereits vorhanden ist und die Cloud-Lösungen oft standardisiert sind.
  3. Integrationen: Die Anbindung an bestehende On-Premises-Systeme kann Integrationsprojekte erfordern, die mit Kosten verbunden sind.
  4. Schulungen: Schulungen für Anwender*innen und Administrator*innen sind ebenfalls notwendig, können aber durch intuitive Benutzeroberflächen und Online-Ressourcen oft effizienter gestaltet werden.

Laufende Kosten:

  1. Abonnementgebühren: Dies ist der Hauptkostenfaktor. Sie zahlen eine monatliche oder jährliche Gebühr pro Benutzer*in, oft gestaffelt nach Funktionsumfang. Diese Gebühren umfassen die Softwarenutzung, Infrastruktur, Wartung, Updates und den grundlegenden Support.
  2. Skalierung: Das Hinzufügen oder Entfernen von Benutzer*innen oder Speicherplatz ist in der Regel flexibel und wird direkt in den Abonnementgebühren widergespiegelt.
  3. Premium-Support/Zusatzleistungen: Für erweiterten Support, spezielle Add-Ons oder zusätzliche Speicherplatz können extra Gebühren anfallen.
  4. Anpassungen/Integrationen: Laufende Anpassungen oder die Entwicklung neuer Integrationen können zusätzliche Dienstleistungsgebühren verursachen.
  5. Internetzugang: Ein zuverlässiger und ausreichend schneller Internetzugang ist essenziell und sollte in der Kalkulation berücksichtigt werden, auch wenn er oft schon vorhanden ist.

Der direkte Kosten Vergleich:

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, ist es unerlässlich, die Gesamtkosten über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren zu betrachten.

Fazit:

Die optimale Lösung bei der Wahl zwischen Cloud PLM und On-Premises PLM hängt stark von den individuellen Gegebenheiten Ihres Unternehmens ab:

  • Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die schnell starten, IT-Ressourcen schonen und von geringeren Anfangsinvestitionen profitieren möchten, ist Cloud PLM oft die wirtschaftlichere Wahl. Die planbaren monatlichen Kosten und die automatische Wartung entlasten die interne IT erheblich.

Wenn Sie die Vorteile von Cloud PLM in der Praxis erleben möchten, bietet CONTACT Softwares Cloud PLM-System eine flexible und skalierbare Lösung. Besonders interessant: Sie können die Software kostenlos testen und sich selbst ein Bild davon machen, wie modernes Product Lifecycle Management in der Cloud Ihre Entwicklungsprozesse effizienter gestaltet.

  • Für große Unternehmen oder solche mit sehr spezifischen, komplexen Anforderungen, die maximale Kontrolle über ihre Daten und Systeme wünschen und über die notwendigen IT-Ressourcen verfügen, kann On-Premises PLM weiterhin die bevorzugte Option sein. Die hohen Anfangsinvestitionen relativieren sich oft über längere Nutzungszeiträume.

Sie interessieren sich für PLM und Cloud Technologien? Der Newsletter „Engineering Compass“ zeigt aktuelle Trends auf und bietet Orientierung für Unternehmen, die ihre digitale Produktentwicklung effizient und zukunftssicher gestalten möchten.

Mit Datenökosystemen schneller den Product Carbon Footprint berechnen

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Produkte und Prozesse nachhaltig zu gestalten und Emissionen über den gesamten Lebenszyklus zu reduzieren. Der Product Carbon Footprint (PCF) erfasst alle Treibhausgasemissionen, die über den Lebenszyklus eines Produktes entstehen. Während interne Emissionsdaten oft verfügbar sind, müssen Unternehmen zur Bestimmung des PCF Daten über die gesamte Lieferkette eines Produktes nachverfolgen und zusammenführen. Diese Informationen individuell bei allen Zulieferern anzufragen und zu sammeln, ist kaum machbar. Hier setzen souveräne Datenökosysteme wie Catena-X und Manufacturing-X an. Mit ihnen lassen sich Daten einfacher und kontrollierter über Unternehmensgrenzen hinweg austauschen.

Externe Daten bei der PCF-Berechnung

Product Lifecycle Management (PLM)-Systeme verwalten bereits viele Daten, die zur Bestimmung eines PCF dienen. Sie enthalten Informationen zu Produkten, Varianten und Stücklisten. Viele Emissionen fallen aber bereits in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, wie der Rohstoffgewinnung oder durch Produktions- und Transportprozesse an. Diese Daten anzufragen und zu pflegen, ist aufwendig und geschieht heute durch dokumentenbasierte Vorlagen, Excel-Tabellen oder spezielle Web-Portale. Das Teilen von Daten erfolgt auf Zuruf.

Für die Zulieferer skaliert das Konzept mit kundenindividuellen Portalen und Templates nicht. Die angefragten Datenfelder sind nicht standardisiert, eingegebene Daten, Formate und verwendete Berechnungsmethoden passen nicht zusammen. Dadurch entsteht ein enormer Aufwand auf allen Seiten: Daten werden händisch zusammengestellt, eingetragen und geprüft, was das Risiko für Übertragungsfehler mit sich bringt.

Datenökosysteme als Alternative

Datenökosysteme wie Gaia-X und Catena-X wirken diesen Datensilos entgegen und vereinfachen das Teilen über die gesamte Lieferkette. Anstatt die benötigten Daten individuell anzufordern und für jeden Kunden auf verschiedene Plattformen hochzuladen, stellen Unternehmen sie in standardisierten Datenformaten bereit. Benötigt ein Teilnehmer im Ökosystem diese Daten, greift er einfach durch festgelegte Protokolle darauf zu. Die Kontrolle bleibt dabei beim Bereitsteller der Daten. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, welche Daten er zu Verfügung stellt, mit wem er diese teilt und wofür sie verwendet werden dürfen.

Grundlage ist ein Connector basierend auf den Eclipse Dataspace Components (EDC). Jeder Teilnehmer steuert über seinen EDC die Daten und Bedingungen, mit denen er am Ökosystem teilnehmen möchte. Der Connector stellt diese in einem durchsuchbaren Katalog zusammen. Möchte ein anderes Unternehmen auf die Daten zugreifen, handeln die beiden EDCs vollautomatisch die Konditionen aus, die für den Datenaustausch gelten. Erst mit einem so geschlossenen, rechtsverbindlichen Vertrag erhält der andere Teilnehmer Zugriff auf die Daten. So behält jeder Beteiligte die volle Kontrolle über seine Daten.

PCF-Berechnung in Datenökosystemen

PLM-Systeme sind der ideale Ausgangspunkt für PCF-Berechnungen. Stücklisten und Arbeitspläne bilden die Grundlage, um interne Emissionen zu erfassen. Über Datenökosysteme können Unternehmen nun auch Daten von externen Partnern und Zulieferern in die Berechnung integrieren. Für Zukaufteile werden nicht nur Lieferanten, sondern auch deren digitale Identität im Datenraum verwaltet. Das ermöglicht es, die PCF-Werte für externe Artikel direkt am EDC des Zulieferers zu suchen und zu importieren.

Ist die PCF-Berechnung für ein Produkt abgeschlossen, kann das Ergebnis zur weiteren Verwendung entlang der Wertschöpfungskette im Datenökosystem bereitgestellt werden. So bestimmt jedes Unternehmen individuell, mit wem und unter welchen Bedingungen es die Daten teilt. Der Datensatz zum Angebot steht im eigenen EDC-Katalog, ganz ohne Excel-Tabellen und Webportale.

Warum PLM-Systeme der natürliche Integrationspunkt sind

Dieser gesamte Workflow muss dort stattfinden, wo Produktdaten bereits verwaltet werden: PLM-Systeme managen Stücklisten, Lieferantenbeziehungen und Engineering-Workflows. Sie sind die Single-Source-of-Truth für Produktinformationen über den Lebenszyklus.

Durch die verwalteten Produkte, Stücklisten und Werkstoffe sind PLM-Systeme wie CIM Database PLM der ideale Ausgangspunkt für PCF-Berechnungen
CIM Database PLM verwaltet alle relevanten Daten, um aussagekräftige PCF-Werte auszutauschen, zum Beispiel verwendete Berechnungsmethoden und Aussagen zur Datenqualität.
Die vorhandenen Daten werden einfach im Datenraum verfügbar gemacht. Der Anbieter steuert individuell, für wen und welche Zwecke die Daten verwendet werden dürfen.

Die Teilnahme an Datenökosystemen erfordert PLM-Systeme mit offenen Standardschnittstellen. Nur so lassen sich die Potenziale von Datenökosystemen voll ausschöpfen. Die Workflows für Engineering-Prozesse regeln nun auch, wie interne und externe PCF-Daten integriert werden. Die Lieferantendatenbank enthält jetzt auch Identitäten im Datenraum und Audit-Trails erfassen neben internen Änderungen auch externe Datenaustausche.

Wertschöpfung entsteht heute zu großen Teilen aus der Fähigkeit, Produktdaten schnell und verlässlich über die Lieferkette auszutauschen. Nur eine tiefe Integration zwischen internen PLM-Systemen und externen Datenökosysteme schaffen die nötige Effizienz und Vertrauen: nach innen und nach außen.